Erbdrostenhof
Ein besonders schmuckes Stück in der Altstadt der westfälischen Stadt Münster ist der Erbdrostenhof an der Salzstraße, einer der ältesten Straßen der Stadt. Das alte Adelspalais wurde im barocken Stil nach Plänen des Architekten Johann Conrad Schlaun für den Münsteraner Erbdrosten Adolf von Droste zu Vischering erbaut. Stammsitz der Familie war Burg Vischering im nicht weiten Lüdinghausen.
Das Eckgrundstück an der Salzstraße bietet nur eine sehr begrenzte Grundfläche, dennoch überzeugt der Erbdrostenhof durch seine überaus repräsentative Gestaltung. Das Gebäude wurde diagonal auf diesem Grundstück errichtet. So konnte der Architekt ausreichend Platz für eine großzügige Fassade gewinnen. Der Bildhauer Johann Christoph Manskirsch zeichnet mitverantwortlich für deren Ausgestaltung.
Mittelpunkt und Highlight im Erbdrostenhof ist der Festsaal, dessen beeindruckende Raumwirkung erst durch die Fresken und Malereien des Wiener Künstlers N. Loder zum Ausdruck kommt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ausgestaltung dieses Festsaals durch Paul Reckendorfer (ebenfalls aus Wien) wieder hergestellt.
Der ganze Erbdrostenhof war im im 2. Weltkrieg stark zerstört worden. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ließ zwischen 1953 und 1970 das Gebäude wieder errichten. Auf den erwähnten Festsaal wurde dabei besonderes Augenmerk gelegt. Heute sind im Erbdrostenhof Teile des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege untergebracht. Außerdem haben das Museumsamt für Westfalen, die Literaturkommission für Westfalen und die Historische Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hier ihren Einsatz.
Einmal jährlich finden im Erbdrostenhof die Erbdrostenhofkonzerte statt. Dort werden historische Tasteninstrumente vorgeführt, die ansonsten im Erbdrostenhof ausgestellt sind.
