Buddenturm
Der Buddenturm ist der älteste erhaltene Teil der früheren Stadtbefestigung der Stadt. Der Turm wurde um 1150 als Wehrturm erbaut. Die Höhe betrug ursprünglich 20 Meter. Unmittelbar vor der Herrschaft der Täufer fungierte er 1533 zusätzlich als Gefängnis. Ab dem Jahre 1598 diente er dann als Pulverturm. Ab 1629 erfolgte der Bau eines sechseckigen Treppenturmes an der Westseite und eines Gewölbes bis auf die Höhe dieses Turmes. Im 18. Jahrhundert stockte man diesen weiter auf, so dass er bis zum Dach reichte.
Als man die Stadtbefestigung zwischen 1764 und 1767 abbrach, blieb der Turm stehen, da er auch weiterhin die Funktion des Pulverturms erfüllte. Nachdem ab 1771 zusammen mit dem nahe gelegenen Zwinger auch als Gefängnis diente, kaufte die Stadt den Turm 1879 dem Militär für 3620 Mark ab. Danach stockte ihn der neue Besitzer um 20 Meter auf und baute gleichzeitig den Treppenturm ab. Diese Umbaumaßnahmen hatten zum Ziel, ihn als Wasserturm nutzen zu können. Dazu baute man einen 500 Kubikmeter fassenden Wassertank ein und ersetzte das Ziegeldach durch eine Zinnenkrone. An diese Funktion erinnern noch heute eine erhaltene Messskala und die Fallrohre im Turminneren.
Nach den Schäden, die der Zweite Weltkrieg am Buddenturm angerichtet hatte, restaurierte man ihn. Ihm wurde im Zuge der Restaurierung ein Kegeldach im ursprünglichen Aussehen aufgesetzt. Dabei verringerte sich seine Höhe um 10 Meter auf insgesamt 30 Meter. Anschließend war er eine Lagerstätte und eine Schaltstelle für Straßenbeleuchtung. Die Stadtwerke Münster gaben diese Nutzung im Jahre 1992 auf und der Besitz ging zurück an die Stadt.
Im Jahre 1987 fasste die Künstlerin Susana Solano den letzten existierenden Rest der Stadtmauer während der Skulptur.Projekte in eine Stahlkonstruktion ein. Auf der Westseite des Buddenturms ist die umstrittene Skulptur dauerhaft installiert worden. Anlässlich der Skulptur.Projekte 1997 war der Turm Schauplatz einer Lichtinstallation. Die letzten Renovierungen erfolgten 2002, als man auf die Außenwand Muschelkalkschämme auf trug, und im Jahre 2003, als man sämtliche Holzteile im Inneren sanierte.
